Deutsches Maler- und Lackierer- MuseumDer SchildersaalHier werden die verschiedenen Arbeitsgebiete der Buch- und Schriftmaler gezeigt. Angefangen von der Buchmalerei, die von Mönchen in den Klöstern betrieben wurde, bis zu den Schildermalern, die im Mittelalter Ritterschilde, Wappenschilde sowie Stadt- und Grenzschilder anfertigten. 1196 wurde den Schilderern (scildere) und Sattlern in der Elbestadt Magdeburg die Gründung einer Zunft gestattet. Dieses war der erste berufliche Zusammenschluss, aus dem das heutige Malergewerbe hervorgegangen ist. In einer Vitrine zeigen wir alte Mönchsschriften und Notenblätter für Liturgische Gesänge aus dem Kloster Preetz. Das vollendete Schriftbild wurde vielfach durch verzierte Anfangsbuchstaben, kostbare Malereien und reiche Vergoldungen ausgeschmückt. Bei den Schildern verdient ein preußisches Wappenschild aus dem Jahr 1728 besondere Beachtung. Dort steht zu lesen: „Printz Carl in Preussen und Markggraff zu Brandenburg ward zum Ritter geschlagen den 7. Aprill 1728“. Wir sehen dort die für diesen Zweck häufig gebrauchten „Wilden Männer“, die einen bekrönten Orden halten, in dem sich 31 verschiedene Wappen befinden. Weiterhin sind viele Schilder auch mit Hinterglasmalerei und Vergoldung sowie Vorlageblätter der vielen Schriften vorhanden. Auf der anderen Seite dieses Raumes ist ein großes Tapetenbild tapeziert, welches beidseitig durch eine Tapetenbahn mit vorgetäuschter Stoffraffung eingefasst ist. Die erste größere deutsche Tapetendruckerei wurde 1840 in Kassel von J.C. Arnold gegründet und führte danach zur industriellen Tapetenfertigung. Dieses war erst möglich, nachdem die Papierindustrie das endlose Rollenpapier entwickelt hatte. Im Mittelalter wurden Wandbespannungen als Vorläufer unserer Tapeten bedruckt und von Hand bemalt. Die Tapetenmaler waren in den Manufakturen Italiens und Frankreichs gesuchte Leute, die häufig mit den Gobelinentwerfern zusammenarbeiteten. R.G. 2009
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